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Der längste Tag des Jahres oder wie ich meine persönliche Challenge gewann


Nach ca. 8 Monaten der Vorbereitung war es am 07.07.2019 endlich so weit. Die Challenge Roth hatte gerufen und 3500 Einzelstarter und 650 Staffeln waren dem Ruf gefolgt. Mit meiner Familie war ich schon am Freitag nach Nürnberg angereist, um von da nach Roth zu fahren und die Startunterlagen abzuholen und einen ersten Überblick über das Zielgelände und die Expo zu bekommen. Es liegen ca. 30 km zwischen Nürnberg und Roth. Die Fahrzeit ca. 30 Minuten, wenn kein Stau ist.


Am Samstag ging es dann so um 14:00 Uhr nach Hilpoltstein zum Start und der Wechselzone 1 (WZ1), um das Fahrrad und den Beutel mit den Laufsachen abzugeben. Wie wird das Wetter am Sonntag? Was brauche ich alles beim Laufen, was eventuell? Gar nicht so einfach die Laufsachen einen Tag vorher zu planen. Gleichzeitig eine gute Gelegenheit sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen. Wo ist der Schwimmstart – wo der Ausstieg? Wie komme ich an den Bike-Beutel und wie zum Rad? Durch die vielen Starter waren die Straßen und Parkplätze sehr voll, so dass ich viel Zeit im Stau und dem längeren Fußmarsch verbrachte und dadurch mehr Zeit als geplant benötigte. Danach ging es nach Roth zur Wettkampfbesprechung um 16:00 Uhr.


Angekommen um 15:59 Uhr und noch einen Sitzplatz im proppenvollen Zelt ergattert. Die wichtigste Erkenntnis aber war die Wassertemperatur 24,4 Grad! D.h. ich darf mit Neopren schwimmen. Obwohl ich eine Langdistanz ohne Neopren-Anzug im Kanal auch mal spannend gefunden hätte. Die Wetteraussicht für Sonntag war recht spannend. Die Temperaturen sollten bis maximal 22 Grad sehr angenehm werden, aber es stand auch ein Gewitter in der Wetter-App.


Anschließend zurück nach Nürnberg, um nach etwas zu essen und früh ins Bett zu gehen. Da es noch sehr warm war, war es nicht leicht einen kühlen Platz zum Essen zu finden. Um 19:30 gab es dann ein Steak mit Reis und Pommes dazu ein alkoholfreies Weizen. Für mich die beste Vormahlzeit für den nächsten Tag. Danach zurück ins Hotel und nach einem kleinen Abstecher auf die Dachterrasse mit einem wunderschönen Überblick über die Dächer der Stadt. 22:00 Uhr ab ins Bett.


Sonntag 4:00 Uhr - der Wecker klingelt. So, heute ist es soweit. Meine zweite Langdistanz. Die erste hatte ich im letzten Jahr in Frankfurt bei 28 Grad mit 12:12 gefinisht. 12 Minuten länger als geplant. Das sollte dieses Jahr anders sein. Erstes Ziel finishen. Zweites Ziel unter 12 Stunden. Mein Trainer Rouven sagte mir in einem der Vorgespräche, dass finishen kein Problem sein sollte, wenn es normal läuft. „11:59 - aber Du bist gut für 11:45. Wenn es sehr gut läuft dann auch eine 11:29!“ Na ja, er muss es ja wissen…


Jetzt noch schnell die letzten Vorbereitungen wie Tattoos der Startnummer aufbringen, Sonnenschutz auftragen, die Trinkflaschen zubereiten und Zähne putzen. Ein Powercocktail - Essen kann man ja später noch.


Abfahrt 4:45. Auf zum Schwimmstart nach Hilpoltstein. Den Athleten war geraten worden, um 4:45 vor Ort zu sein. Der Start der Profis war um 6:30. Meine Startgruppe 15 um 7:45 Uhr, also sollte genug Zeit für die persönliche Wettkampfvorbereitung sein. Alle wollten zum Start, Athleten und Zuschauer. Nach ca. eine Stunde Anfahrt war ich um 6:05 am Parkplatz vor Ort. Erst leichter Nieselregen, dann ein kleiner Schauer. Bis 6:15 Uhr musste man seinen Bike-Beutel selber ablegen. Also schnell zur WZ1 marschiert. Puh, geschafft und da ich nun schon mal dort war die notwendigen Handgriffe am Rad, wie Reifen aufpumpen und die Verpflegung einrichten und, ach ja, wo ist die Startnummer? Ok im Bike-Beutel - das ist ok.


Danach ging es zurück über die Brücke auf die andere Seite des Main-Donau-Kanals zur Familie und zum Frühstück. Pünktlich zum Start der Profis um 6:30 hatte ich dann auch mein Müsli fertig. Nach dem Start weiterer Startgruppen machte ich mich dann so gegen 7:00 Uhr auf den Weg zu meinem eigenen Start. Auf dem Weg noch ein paar Bekannte getroffen. Schön, wenn man weiß, dass man nie alleine ist.


Ab in den Neo und die restlichen Sachen ans Rad. Die Sachen, die man nach dem Rennen benötigt in den After-Race-Beutel und ab zum Start. Mh, wo war noch mal die Vaseline? Mist, schon im Beutel und abgegeben. Und nun? Nah, es sind ja noch eine paar andere Athleten vor Ort oder besser mal beim DRK nachfragen. Und richtig die freundlichen Helfer hatten extra Vaseline eingepackt. Vielen Dank!


7:40 - meine Startgruppe darf ins Wasser. Haube auf, Brille fertig machen, zweite Haube auf. Los geht es zur Startleine im Wasser. Bumm !! 7:45 - mein Rennen läuft. Mit 210 Athleten geht es nun den Kanal hinauf, nach ca. 1,9 km wenden und dann 1,9 km zurück zum Start schwimmen.


Alles läuft bestens, das Wasser warm wie ´ne Badewanne, genug Platz und ein guter Rhythmus von Anfang an. Unterwegs die Familie gesehen und gewunken. Der Rückweg war lang und hin und wieder merkte ich den Anflug von einem kleinen Krampf in den Waden, aber kurz gedehnt und locker gemacht. Alles im allem lief es gut. Hatte meiner Frau gesagt, wenn ich unter der Brücke herschwimme, dann drehe ich mich auf den Rücken, dann kannst du mich besser erkennen. Schei… Idee - Krampf in beiden Waden. „Mach doch nicht schon Schei..! Der Tag wird noch lang.“ Also zurück in Bauchlage die Krämpfe gelöst und sicher zum Schwimmausstieg geschwommen. Dort von den netten Helfer in Empfang genommen worden und an Land geschoben worden.


Auf dem Weg zum Umkleidezelt den Bike-Beutel in die Arme gedrückt bekommen und im Zelt liebevoll beim Umziehen unterstützt worden. Wobei umziehen zu viel gesagt ist. Raus aus dem Neo Helm auf, Radschuhe und Startnummer an und ab zum Rad. Auf dem Weg dorthin noch schnell ein Gel und ab auf das Rad. So, die nächsten 5- 6 Stunden in die Pedale treten und den Landkreis Roth genießen. An jeder Verpflegungsstation war eine super Stimmung und die Aufnahme von Wasser, Iso und Bananen lief problemlos.


Dann kam er - der Solarer Berg. Erst noch mit Gittern abgesperrt doch nach ein paar hundert Metern waren die Gitter weg und die Zuschauer standen direkt vor Einem und wischen erst im letzten Moment zur Seite. Wie geil ist das denn!! Vor lauter Eindrücken vergessen sich aus der Liegeposition aufrecht zu setzen, was vom Moderator vor Ort mit einem „Kann mal mach machen - Tri-Team Hagen“ kommentiert wurde.


Ich fuhr einfach weiter und holte den vor mir fahrenden schnell ein. Der wurde immer langsamer, da auch er noch einen Fahrer vor sich hatte. Und dann wäre es fast passiert - die beiden vor mir bremsten und ich fuhr dem Vordermann fast ins Hinterrad. Für einen Augenblick hob mein Hinterrad vom Boden ab. Gut, dass hier die Leute so eng stehen, so dass man nicht hätte umfallen können. Puh noch einmal gut gegangen.


Der Rest der Fahrt verlief ohne nennenswerte Ereignisse und auch der Solarer Berg in der zweiten Runde war immer noch beeindruckend.


Nach 5:48 ging es dann in die WZ2. Beutel genommen und ab in die Laufschuhe. Den Rest hat die nette Helferin wieder in die Beutel gelegt und schon war ich durch. Jetzt nur noch den Marathon. Nur nicht zu schnell angehen. Also Blick auf den Tacho. Ups, viel zu schnell. Dann endlich ein langsamer Läufer. Dahinter geklemmt und immer noch zu schnell. Dann aber am Kanal endlich die gewünschte Pace von 6:00 – 6:15 eingependelt. An jeder Verpflegungsstation kurz aufgetankt und zur Sicherheit mal auf´s Dixi. Schon doof, wenn man nur Luft ablassen will und nicht weiß ob es bei Luft bleibt. Aber alles gut. Das Spiel wiederholte sich noch so 3 – 4 Mal. Aber vielleicht waren es ja genau diese kleine Stopps, die dazu geführt haben, dass der Rennplan aufging. Jedenfalls fühlte ich mich mit jedem Kilometer besser und fitter. Und bei KM 24 dann vertraute Gesichter - meine Frau und Schwiegermutter. Schön sie zu sehen. Ein kleiner Kuss zur Stärkung und weiter geht’s. Bei KM 27 dann ein Krampf im hinteren Oberschenkel. War es das? Kleiner Stopp, kurz gedehnt und es konnte weitergehen. Schön an den Plan halten…


Bei KM 32 dann meine Eltern, schön am Biertisch direkt an der Laufstrecke. Und da habe ich gemerkt - alles läuft mehr als super. Da geht noch was !! Also Feuer frei - mal sehen was geht.


Die letzten KM vergingen im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug, mit einer Pace von 5:00, teilweise auch schneller, ging es um den Weiher in Büchenbach und zurück nach Roth. Da stand fest die 11:59 ist geknackt. Die 11: 45 kein Problem mehr. KM 36 - noch Körner im Tank, also weiter mit leichten Füßen über den Asphalt. Nur Fliegen ist schöner !! Dann war er da - der Zielkanal. Kurz die Zeit gecheckt: 11:22:34. Wie geil, meinen Wunsch nicht nur erreicht, sondern meine Traumzeit erfüllt.


Kann ein Finish schöner sein? Im Zielkanal noch eine alte Bekannte gegrüßt, da kam auch schon von der gegenüberliegen Seite der Kommentar: Eh, nicht nur die Blondinen. Mein Schwiegervater und meine Eltern. Überglücklich bedankte ich mich bei jedem mit einer Umarmung und dann in die Zielarena. Wahnsinn !! 10.000 Menschen passen hier rein. Gut, es war nicht ausverkauft aber viele leere Plätze waren nicht zusehen. Apropos sehen. Wo ist meine Frau? Am verabredeten Punkt war sie nicht. Also mal die anderen Reihen durchschauen – auch nichts. Vielleicht auf einer anderen Tribüne? Auch nichts. So nun noch mal ganz langsam. Alle Reihen, alle Tribünen durchsucht. Keine Frau. Mh, ihr wird wohl nichts passiert sein? Aber erst einmal rein ins Ziel. Zeit 11:24:11 Traumzeit und ich könnte noch weiterlaufen. Wie geil ist das denn?


Nach der Finisherverpflegung war dann auch meine Frau wieder da. Der Shuttlebus fuhr nicht so wie geplant und dadurch war sie noch auf der Strecke während ich schon im Ziel die Massage und eine Dusche genoss. Dass hat man davon, wenn man einen fast perfekten Renntag hat. Man ist schneller im Ziel als gedacht. So war es dann doch nicht der längste Sporttag meines Lebens, sondern mein persönlicher Gewinn. Danke an alle, die mich in den 8 Monaten der Vorbereitung unterstützt haben, vor allem danke an meine Frau, die mich von allem zu Hause entbunden hat, was nichts mit Sport, Essen oder Schaffen zu tun hatte. Vielen Dank!


Fazit: nächsten Jahr gerne wieder – vielleicht ja auch als Staffel .


 
 



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