Ironman Malaysia - ein Rückblick


Heute möchte ich einen ganz persönlichen Rückblick auf den Ironman Malaysia mit euch teilen, jedoch weitgehend abseits von Zeiten und Platzierungen.


Bevor es um mich geht jedoch ein riesengroßes DANKESCHÖN an alle, die mich auf meinem langen Weg unterstützt und in der Nacht des Rennens mitgefiebert haben. Ohne euch hätte ich vermutlich diesen für mich ganz schweren Tag nicht mit einem Zieldurchlauf beenden können.


Ich hatte mich ein ganzes Jahr vorbereitet, natürlich nicht nur auf und für dieses eine Rennen, aber doch sollte es der Saison-Höhepunkt werden. Während des Sommers konnte ich ein paar erfolgversprechende Rennen im Rahmen der Liga verbuchen, relativ hohe Trainingsumfänge waren beschwerdefrei zu realisieren, bei der Materialplanung setzte sich das Mosaik zusammen - die Zeichen standen somit gut.


Bereits in meinem Vorbericht erwähnte ich meine Zielsetzung: eine Qualifikation für die Ironman-WM 2019. Dieses Ziel habe ich nicht erreicht. Warum? Grundsätzlich besteht in unserem Sport ein relativ hoher Anspruch an Physis und Psyche. Vermutlich ist es dabei so dass bei den kürzeren Renndistanzen der Bedarf an Physis im Verhältnis höher ist, insbesondere bei Langdistanzen ist jedoch in den meisten Fällen der Kopf entscheidend. Eine Schwäche bei einer der beiden genannten Talente kann oftmals durch die andere Komponente ganz gut kompensiert werden. Ganz doof wird es allerdings, wenn beides nicht – oder aber in nicht ausreichender Form – am wichtigsten Tag des Jahres abrufbar ist. So geschehen bei mir am 17. November. Nach einem durchaus ordentlichen Schwimmen in dem von mir vorab angestrebten Zeitfenster setzte ich mich auf mein Rad und hatte ab dem 1. Meter keinerlei Druck. Vermutlich kennen die meisten von euch dieses Gefühl, oftmals ist es ja glücklicherweise auch so, dass mit fortschreitender Renndauer eine Normalisierung erfolgt. Auch ich hegte diese Hoffnung, denn schließlich macht eine verkorkste Stunde im Laufe einer Langdistanz letztendlich nicht alles zunichte. Jedoch wollte sich in diesem doch so wichtigen Rennen auch nach 100 Radkilometern noch keine Verbesserung einstellen. Nun war die Hoffnung dann doch nur noch sehr gering und ich musste meine Zielsetzung für diesen Tag der Realität anpassen, wollte ich nicht völlig scheitern. Aus dem Rennen, das meine vorletzte Langdistanz werden sollte, war nun ganz plötzlich die letzte Langdistanz geworden – und diese wollte ich mit einem Mindestmaß an Würde auch bitte beenden. Also fuhr und lief (im Wechsel mit längeren Wanderungen) ich dieses Rennen so zu Ende wie es mir an dem Tag noch möglich war.


Enttäuschung? Nein, für mich bricht keine Welt zusammen. Selbstverständlich hätte ich mir einen anderen Verlauf erhofft, aber mir waren die Gefahren und potentiellen Rückschläge bereits bekannt als ich mich dazu entschlossen habe dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Ich bin weder enttäuscht, noch verbittert, noch werde ich diesen Sport nun an den Nagel hängen. Einzig und alleine den Aufwand für ein einzelnes Rennen – und das ist unweigerlich bei Langdistanzen so - werde ich nicht mehr betreiben.


Auf uns alle wartet die Saison 2019, die Terminplanungen sind weit fortgeschritten, ich bin mir sicher dass ich bis zum Saisonstart wieder in einer konkurrenzfähigen Verfassung sein kann.


Wir sehen uns beim Schwimmtraining

Rüdiger