Ralf Zeiler finished Challenge Almere-Amsterdam Triathlon


Am vergangenen Samstag startete Ralf Zeiler beim Challenge Almere Triathlon in Holland über die klassische IRONMAN Distanz. Der älteste Langdistanztriathlon Europas, über 3,8km Schwimmen 180km Radfahren und dem abschließenden Marathonlauf, ist nicht unbedingt etwas für Schönwettersportler. Zu gern tritt hier neben knapp 2000 Teilnehmern auch der Wind mit seinen Freunden Regen und Kälte an. Die beiden letzteren waren am vergangenen Wochenende zwar nicht vertreten, dafür zeigte der Wind wofür er in Holland bekannt ist.


Das Rennen ist eine echte Perle für Traditionsbewusste Triathleten, die Lust auf eine Familiäre Veranstaltung haben. Hinter der Veranstaltung steht, wie bei der Challenge Roth, die ganze Region.


Geschwommen wird nicht mehr wie vor mehr als 30Jahren im Ijsselmer, sondern im Weerwater, ein zentral in der City gelegenes Binnengewässer. Hier ist ein Dreieckskurs mit Bojen abgesteckt welcher zwei mal zu umrunden ist. Die anschließende zwei mal zu fahrende 90km Radstrecke führt, quasi als gelebtes Holland Klischee, kilometerlang und schnurgerade über und an Deichen vorbei. Endlose Polderwege bewacht von Windrädern, deren Flügel nie stillzustehenden scheinen. Viel weniger abwechslungsreich als ausgerechnet im Radverücktem Holland können Radstrecken kaum sein. Und doch hat die Strecke ihren ganz besonderen Charme. Denn was wäre Radfahren in Holland ohne Wind? Und ohne die Begeisterung der positiv verrückten Oranjes, die jeden einzelnen Teilnehmer ins Ziel zu tragen scheinen. Der abschließende Marathonlauf führt die Athleten wieder entlang des Weerwater, welcher sechs mal zu umrunden ist.


Für Ralf ging es am Samstag um 7:35Uhr los. Es erfolgte ein Wasserstart, und die Startorientierung relativ weit links stellte sich als die richtige Entscheidung heraus, so entging er dem klassischem Trubel am Start. Ein zwei Schläge bis zur ersten Boje bei einem solchen Massenstart bleiben nicht aus, allerdings zog sich das Feld schnell auseinander und Ralf fand seinen Rhythmus. Während der ersten Disziplin merkte man bereits den mittlerweile auffrischenden Wind, denn dieser wühlte das Wasser entsprechend auf, mit entsprechendem leichten Wellengang. Nach sehr guten 1h03 kam Ralf aus dem Wasser und wechselte aufs Rad. Hier galt es nun die Kräfte einzuteilen, denn der Wind wurde merklich kräftiger. Aufgrund der Stellung der Windräder konnte man sich bei bevorstehenden Richtungswechsel auf der Radstrecke darauf einstellen ab wann der Wind einem von vorne ins Gesicht bläst. Musste bei Seitenwind noch ordentlich gegengesteuert werden um nicht vom Radweg gedrückt zu werden, kam es einem bei Gegenwind vor, als wenn man stehen würde. So galt es die Aeroposition auf dem Rad möglichst nicht zu verlassen. Denn dann bot man dem Wind nur noch mehr Fläche. Die Rückenwindpassagen, zum Glück war es ja ein Rundkurs, hatte Ralf in der zweiten Runde genutzt um etwas die Beine zu "lockern". Aber grundsätzlich muss man auf diesem Kurs 180km eigentlich nur "drücken"! Nach 5h42 war aber dann auch der Radsplitt für Ralf zu Ende, nun sollte sich zeigen was die Beine noch für den Marathon an Kraft übrig hatten. Die erste von sechs Runden verlief voll nach Plan, leider rebellierte ab Runde zwei der Magen, was ihm einige Probleme bereitete und das angestrebte Lauftempo drückte. Eine Langdistanz ist eben eine Wundertüte, man weiß nie was der Körper einem für Streiche spielt! Also hieß es das Ding locker zu Ende zu laufen, was auch Dank der Anfeuerung und Unterstützung der vielen "Stimmungsnester" der Oranjes entlang der Strecke super gelungen ist. Die Marathonzeit von 4:45h war zwar nicht die angestrebte Zeit, allerdings konnte sich Ralf im Ziel mit einer Gesamtzeit von 11h 45:15 über eine neue persönliche Bestzeit freuen, und vor Allem sein gestrecktes Ziel - unter zwölf Stunden zu bleiben - deutlich unterbieten. Jetzt gilt es erst einmal die Saisonpause zu genießen.